How deep is your love?

 

Nach einem Magen-Darm-Virus, der die gesamte Familie dominoartig nacheinander ausser Gefecht setzte, bin ich nun endlich wieder auf dem Damm und kann mich wieder dem Bloggen widmen.

How deep is your love? Und zwar: how deep is your self-love?

Ich möchte Dich, liebe Leserin, lieber Leser, unbedingt ermuntern, dich selbst lieb zu haben bzw. das zu lernen und da dran zu bleiben. Das ist nämlich gar nicht leicht und viele von uns (mich eingeschlossen) verbringen wahnsinnig viel Zeit in einem Zustand, wo Sie sich selber gar nicht wahrnehmen, sich nicht fühlen, nicht „bei sich“ sind. Wenn man so lebt, dann schleppt man

a) wahnsinnig viel Ballast aus der Vergangenheit mit, der sich in fiesen, sabotierenden Glaubenssätzen festsetzt und
b) kreiert man im „Jetzt“ immer noch mehr Augenblicke, die sich diffus aneinanderreihen und sich in der Zukunft womöglich wieder als Vergangenheitsballast zeigen.

Es gibt also immer zwei Ebenen auf denen wir „Arbeiten“ müssen, wenn es um unsere Selbstliebe oder -fürsorge geht:

1) Die Balance im Jetzt und
2) das Aufarbeiten von Vergangenem.

Und ich hatte gestern ein schönes Erlebnis, das ich unbedingt teilen möchte, denn vielleicht ermuntert das den einen oder anderen.

Gestern fühlte ich mich – nach all den Krankheitstagen  – endlich wieder fit und belastbar. Es war natürlich wahnsinnig viel liegengeblieben über das kranke Wochenende und so habe ich eigentlich den ganzen Tag mächtig geackert und gemacht und getan. Als ich dann den Kleinen ins Bett gebracht hatte und er schlief, hatte ich die Wahl. Ich stand eigentlich schon an meinem Schreibtisch und wollte ein paar E-Mails bearbeiten und da fuhr es mir durch den Kopf: NEIN! Du hast Dir vorgenommen, mehr für dich zu tun, dir gutes zu tun, für dich zu sorgen. Also mach es. Die Zeit ist JETZT.

Also, gut. Ich habe meine Yogamatte ausgerollt und vielleicht 25 Minuten Asana-Praxis gemacht. Währenddessen meldete sich mein innerer Kritiker, so nach dem Motto: Haja, 25 Minuten, das ist ja eigentlich auch nix, eigentlich müsste doch viel länger usw. Ich schob diesen doofen Sabotagegedanken energisch beiseite und sagte mir, dass es vollkommen okay ist, auch „nur“ 25 Minuten auf der Matte zu turnen. Immerhin wollte ich noch meditieren und hatte auch noch andere schöne Dinge vor. Ich zog mich also selber da raus und ignorierte diese absolut nicht-zielführenden Gedanken.

Ich setzte mich auf meinen „Verbindungssitz“ und schloss die Augen: Ich wollte einfach nur in der Stille sitzen. Mittlerweile, durch die nun über 10-jährige Meditationspraxis, komme ich sehr schnell in einen ruhigen, meditativen Zustand. Gestern wollte ich eigentlich nur ein wenig nach innen lauschen. Ich habe ein paar Themen aus der Vergangenheit, die ich gerne auflösen und loslassen möchte, wo viel Vergebungsarbeit, aber auch Auseinandersetzung mit nötig ist, und diesen Themen komme ich in der Meditation bzw. Konzentration am nächsten.

Es brauchte gar nicht viel, ich saß ein paar wenige Minuten auf der Matte, hatte mir die Hände auf’s Herz gelegt und plötzlich hat mich mein inneres Erleben zu einer Situation aus der Vergangenheit geführt, die mich augenscheinlich sehr verletzt hat. Diese Situation war mir vordergründig nicht wirklich bewusst. Ich hatte sie zwar nicht komplett vergessen oder verdrängt, aber bei einer spontanen Aufzählung hätte ich sie sicher vergessen.

Ich war umgehend voll drin in der alten Situation und die Tränen liefen mir nur so runter. Diese alte Verletzung war voll da und ich habe einfach dagesessen, mein Herz gehalten und mich getröstet. Alles das, was ich damals in der betreffenden Situation nicht bekommen habe, was mir damals geholfen hätte, aber nicht da war, habe ich mir gestern einfach gegeben.

Irgendwann war es dann gut. Ich finde, man merkt das immer irgendwie, wenn es gut ist. Das ist wie so ein Triggerpunkt, der irgendwann aufgibt. So war es gestern auch. Irgendwann konnte ich mich lösen von dieser vergangenen Situation und ich habe verinnerlicht, dass meine Reaktion von damals, meine Verletztheit und die Verunsicherung erstens absolut in Ordnung war und dass ich damit eben nicht allein bin. Und ich habe es für mich aufgelöst. Ich stehe in keinem inneren Konflikt mehr damit.

Auch das fällt für mich unter den Begriff Selbstliebe oder Selbstfürsorge. Nicht nur in der Gegenwart zu schauen, wie ich im letzten Post schrieb, dass wir Dinge tun, die uns gut tun und uns gut fühlen lassen, also ganz im Jetzt. Sondern auch, dass wir in der Rückschau, bei dem was war, was wir an alten Verletzungen und daraus resultierenden Glaubenssätzen uns selber hilfreich und liebevoll zur Seite stehen. Das bewegt nämlich eine ganze Menge.

Ich kann jedem und jeder von euch nur dazu raten, dass ihr euch Zeit nehmt. Zeit für euch.

Es ist niemandes Aufgabe, für euch zu sorgen – es sei denn ihr seit noch nicht ganz so lange auf der Welt 😉 – und euch glücklich zu machen, sondern ganz allein deine eigene.

In diesem Sinne, sei gut zu Dir.

Mit Licht & Liebe,

 

Carmen

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